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Doofes schlechtes Gewissen

Ich mag Aal und esse diesen sehr gerne, wenn auch recht selten. So einmal im Jahr gönne ich mir schon einen leckeren Räucheraal. Schön lecker nur mit trocken Brot, etwas Salz und dazu ein Glas kalte Milch. Milch zum fettigen Aal… ich weiß, ich bin in der Beziehung abartig, und ich werde hinterher meist mit bösen Durchfall für dieses Verhalten belohnt.

Wie erwähnt, so einmal im Jahr gönne ich mir Aal. Mehr geht nicht, weil Aal wirklich exorbitant teuer ist. Und meistens hole ich mir einen Räucheraal wenn ich Urlaub habe. So war das auch letzte Woche geplant, wo ich Urlaub hatte.
Nur hat Greenpeace just an dem Tag, wo ich mir den leckerschmecker Räucheraal holen wollte, seinen Fischratgeber 2012 veröffentlicht (hier als Mini PDF zum Download direkt von der Greenpeace Seite). Und was steht da dick und fett an erster Stelle der Fische die man nicht kaufen soll? Richtig… Aal.  

Das hat meine Tagesplanung für diesen Tag, worauf ich mich so gefreut habe, total über den Haufen geworden. Denn meinem schlechten Gewissen sei Dank konnte ich nach Sichten dieses Ratgebers mir keinen Aal mehr holen. Wieso der Aal genau auf der Liste gelandet ist, wird nicht so genau erklärt. Ich gehe mal von Überfischung aus.
Ist irgendwie ein doofes Gefühl, wenn einem die Vorfreude auf etwas leckeres so genommen wird.  

Ich warte jetzt nur noch auf den Tag wo Fischstäbchen auf diese Liste landen… dann sieht es ganz düster aus mit meinem Fischkonsum. Die drei Büchsen Ölsardinen die ich so pro Jahr verzehre reißen es dann auch nicht mehr raus.  

20 Kommentare

  1. So leicht kann man Ihnen ein schlechtes Gewissen einjagen?! Ernsthaft? Dann essen Sie bestimmt auch kein Fleisch [“un”artgerechte Tierhaltung], oder? :zwinker:

    Ich bin da nicht so sensibel. Muss ich leider zugeben. :mad2:

    • Ha, der Witz des Tages, ich und kein Fleisch essen! :-)
      Aber ein wenig erklärt mir die Tatsache das Aal in dieser Fischliste steht, dann schon warum dieser Fisch so extrem teuer ist.

  2. Wohlwissendlich habe ich jetzt mal nicht auf den Link geklickt, denn auch ICH esse gerne Aal.
    Und verdammt nochmal, ich bin in St. Peter Ording und gleich nebenan gibt es eine Räucherkate und JA, ich werde die nächsten Tage einen geräucherten Aal essen!

    Boah Aaaaaal… am besten schmeckte er, wenn Opa ihn selber gefangen und geräuchert hat. Jaaaaaaaammi.
    Wie Du schon schreibst, auf trocken Brot, mit ein bißchen Salz. Die Milch lasse ich allerdings weg ;o)

    Fleisch würde ich sofort aufhören zu essen, wenn ich es selbst schlachten müsste. Wie so viele warscheinlich.

    • Also auf Deine momentane direkte Nähe zum nächsten frischen Aal bin ich jetzt sowas von neidisch!
      Aber ich dachte Du kannst derzeit keinen Fisch ab, und da willst Du Dir dann echt Aal antun?

      Wie auch immer, ich glaube ich werde mir in den nächsten zwei Wochen trotz dieses ominösen Ratgebers einen Aal holen. Meine Gier verlangt das. Und was ist schon einmal im Jahr bei mir?

  3. Ich weiß noch nicht, wie ich auf Aal reagiere. Wenn ich an Fischfilet denke das in einer ekeligen Soße auf dem Teller schwimmt und stinkt… dann ürgs.
    Aber Aal kann ich mir zur Zeit noch lecker salzig duftend vorstellen. Andererseits habe ich Angst mich zu ekeln, wenn er denn dann vor mir liegt und ich dann nie nie wieder Aal essen mag *heuuuuuuul*

  4. Um welche Aale geht es denn ? Denn auf der Liste ist Meer-Aal. Mögt ihr keine Süsswasser-Aale ? Die werden ja meist in See`n gefischt, wo der Bestand kontrolliert wird. Da muss man dann auch kein schlechtes Gewissen haben.

    Aber bei mir ist das auch so. Allerdings habe ich kein schlechtes Gewissen, weil ich schon seit Jahren keinen Fisch mehr esse, der auf der Liste gefährdeter Tierarten steht.

  5. @Kirschblüte, na da bin ich ja mal gespannt. Wäre wirklich schade wenn Du auch den Aal nicht mehr essen könntest.
    @Dangerblood, also meines Wissens gibt es nur einen Aal, und das ist der Süßwasseraal. Der wandert nur zum Laichen ins Meer. Aber ich kann mich auch täuschen.
    Wie es sich da allerdings mit der Fischzucht verhält, das ist eine andere Frage.

  6. Jetzt war ich aber doch irritiert. Und du hast recht, es gibt zwar zwei Arten, aber beide leben in Süß als auch in Salzwasser. Ich bin ja ein Küstenkind, aber das wusste ich echt nicht … wie peinlich !!

    Aber was sagt uns das ? Blogs sind allgemeinbildend !!

    • Nach Deinem ersten Kommentar war ich ja auch unsicher, und mußte noch mal schnell nachschlagen.
      Dennoch frage ich mich, wie dieses Verhalten in der Zucht gelöst wird. Vielleicht macht diese Sonderbehandlung den Aal so teuer. :unsure:

  7. Übrigens steht der Aal in dem Ratgeber an erster Stelle, weil die anderen Fische alphabetmäßig weiter hinten sind. Noch ein Grund mehr, dass die grünen Männeln mich mal können. :whistle:

  8. Und wegen solcher idiotischer und rücksichtsloser Menschen, sind solche Organisationen notwendig. Manche sind halt auf so einem Egotrip, dass sie überhaupt nichts mehr merken.

  9. @Xanni und Dabgerblood, nach dem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, war ich die Tage danach noch mehr auf Aal angefixt. Und so habe ich mir heute dann einen Aal gekauft. Einmal im Jahr, so meine Argumentation, wird ja wohl drin sein. Ich glaube das besänftigt mein Gewissen ein wenig.

  10. Ich esse schon seit mehreren Jahren keinen Thunfisch mehr. Ich muss zugeben, manchmal fällt’s mir schwer, da ich den immer recht gern gefuttert habe, aber nun ja… irgendwelche Prinzipien muss man ja haben, Also wurde dieser Fisch von meiner Speisekarte gestrichen, ich esse den überhaupt nicht mehr. Zumindest bin ich dann nicht schuld, wenn dieser Fisch ausstirbt :zwinker:

    Aal mag ich eh nicht… ich hab’s nicht so mit Matschfischen. Wundert mich auch nicht, dass man Karpfen noch essen darf :bo:

    Und zum Thema Greenpeace… da kann man sagen, was man will, ganz so verkehrt ist deren Arbeit nicht und ich finde es durchaus angebracht, wenn jeder Konsument beim Konsumieren ein bissl das Hirn einschaltet. Komplettverzicht mag manchen zu krass erscheinen, aber man kann ja wenigstens mal auf der Packung nach dem Begriff “nachhaltig” gucken. Irgendwann ist Fisch so elendig teuer, weil’s fast keinen mehr gibt und dann ist das Geplärr wieder groß B-)

    • Was ist denn Matschfisch?
      Natürlich hat die Liste von Greenpeace ihren Sinn. Regt sie doch zum bewussten konsumieren der gelisteten Fische an. Und ich denke einmal im Jahr kann man sich so einen Fisch holen. Man soll es nur nicht übertreiben.

  11. Matschfische heißen bei mir Süßwasserfische aus Flüssen und Seen. Ich bilde mir da jedes Mal ein, den Matsch vom Grund rauszuschmecken. Schatz meint, ich spinne, aber bei manchen Fischen hab ich echt das Gefühl, ich esse einen schlammigen Baggersee :bo:
    Drum freu ich mich auch immer so wahnsinnig, wenn meine Schwiegermutter an Weihnachten Karpfen kocht… schon beim Anblick würgt’s mich. Als ob da nicht der Matschgeschmack schon genug wäre, ist der Fisch auch noch total fettig und mit Butter übergossen. Das krieg ich nur mit literweise Zitrone runter und dann auch nur ne Miniportion.
    Bin halt von Kind auf Meeresfische gewohnt und Italiener sind ja manchmal sowieso etwas heikel, was Essen angeht :zwinker:

  12. Rosa, da hast du auch recht. Daher muss, oder sollte man Fische wie Karpfen etc. auch gut “wässern” Also noch 1-2 Tage in der Badewanne lebend halten … ohne Matsche ;)

    Bei Aal, der z.B. in der Ostsee gefangen wurde, gibt es den Geschmack nicht mehr, weil Salzwasser und matschefrei ;)

  13. @Rennhenn, also beim Aal kann ich keinen “Matsch” herausschmecken. Von Karpfen, den ich nicht esse, hört man so etwas aber öfter.
    @Dangerblood, ich hörte, das man den Karpfen deshalb in der Wanne bis zu zwei Tagen halten soll, weil er sich dann Darmtechnisch vollends entleert hat.
    Nun ja, dieses Problem habe ich mit meinen Fischstäbchen nicht! :mrgreen:

  14. Dies mal weiß ich es^^ Der Darm hat ja mit dem Geschmack nichts zu tun. Man nimmt den Fisch ja in der regel vor dem Zubereiten aus ;)

    Das Wässern bzw. Hältern dient dazu, eingelagerte Bitterstoffe auszuspülen und besonders um die Kiemen zu spülen. Bei großen, älteren Karpfen bekommt man das kaum ganz weg. Bei rech jungen Tieren reicht oft ein mehrstündiges Einlegen in Zitronen oder leichtem Essigwasser.

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