Nachtschichtprobleme

Werte Leser, nennt mich Weichei, Mimose, Waschlappen oder was weiß ich nicht noch alles, aber ich bin nicht für Nachtschichten geschaffen. 
Vor ca. vier Wochen hatte ich die erste Woche Nachtschicht. Eigentlich waren ja zwei Wochen geplant, aber wegen Problemen in der Produktion wurde da die Nachtschicht vorläufig ausgesetzt. Ich müßte lügen wenn ich sage das ich mich nicht darüber gefreut hätte.

Nun bin ich diese Woche wieder in Nachtschicht, und habe bereits drei Nächte hinter mir. Und dieses mal werden es wohl zwei Wochen Nachtschicht am Stück werden.
Über das Arbeiten in der Nacht will ich mich nicht beschweren, das geht schon… irgendwie. Womit ich aber ein Problem habe, das ist die Sache mit dem Schlafen.

Wenn ich Morgens so gegen sieben Uhr nach Feierabend nach Hause komme, schaue ich entweder noch eine Stunde Fernsehen, oder gehe gleich ins Bett.
Ich hoffe dann jedes mal das ich dann annähernd auf sechs bis acht Stunden Schlaf komme, aber wenn es hochkommt, werden da höchstens vier Stunden daraus. Ich bin nach wach werden dann noch etwas müde, aber an erneutes Einschlafen ist nicht zu denken. Ich kann trotz Müdigkeit einfach nicht wieder einschlafen, warum auch immer.
Nachmittags finde ich dann auf der Couch wieder so für ein bis zwei Stunden Schlaf. Alles zusammengerechnt, ist (mir) das zu wenig.

Heute zum Beispiel habe ich direkt nach Feierabend nur zwei Stunden schlafen können (der absolute Minusrekord… vonwegen der Körper holt sich seinen Schlaf. Meiner macht das anscheinend nicht). Und auch wenn ich nach wach werden hundemüde war, konnte ich nicht wieder in den Schlaf finden. Irgendwie war da eine innere Unruhe, die mich am schlafen gehindert hat.
Ich war dann einkaufen, und spielte mit dem Gedanken mich danach wieder hinzulegen. Aber das klappt so auch nicht. Zum einen fühle ich mich immer noch nicht soweit das ich jetzt gut schlafen könnte, und zum anderen hört mein feiergeiler Nachbar unter mir wieder seine bescheuerte Hip Hop und Technomusik… natürlich in LAUT!

Leute, dieses etappenweise Schlafen macht mich echt fertig. Ich will wieder so gerne länger wie sechs Stunden am Stück schlafen, und mich dann gut erholt fühlen!
Abgesehen von den Schlafproblemen die ich habe, macht mir auch der Weg nach Hause nach wie vor extreme Probleme.
Kaum sitze ich zehn Minuten in meinem Auto, überfällt mich eine extrem schlimme Müdigkeit. Und in diesem Zustand Auto fahren ist nicht angenehm, das könnt Ihr mir glauben. Ich habe da immer eine tierische Angst überhaupt Auto zu fahren. Bis jetzt ging es ja immer gut, aber wer weiß wie lange noch?

Nee, die Sache mit der Nachtschicht macht mich echt fertig.
Die Kollegen stecken das locker weg, wenn ich sie nach ihrem Schlafpensum frage. Da erhalte ich immer die Antwort, das sie Morgens ohne Probleme länger schlafen können als ich ich. Ich weiß nicht, entweder tönen die nur rum und die machen mir was vor, oder ich mache da in Sachen Schlafen grundlegend was falsch.
Ganz ehrlich, ich bin fertig und kann nicht mehr.

Angeblich ist die Sache mit der Nachtschicht erst mal bis Ende März angesetzt. Aber es fällt mir schwer das zu glauben. Wenn nach März noch Nachtschicht angeordnet ist, werde ich dafür plädieren nur noch eine Woche Nachtschicht im Wechsel zu machen, und nicht zwei Wochen.
Da ist es mir auch egal das die Mehrheit in meiner Schichtgruppe für einen zweiwöchigen Wechsel ist, weil man da scheinbar weniger Probleme mit dem umgewöhnen hat. Auch wenn ich mich sonst nach der Mehrheit richte wenn wir was entscheiden, da werde ich dann egoistisch sein.   

12 Gedanken zu „Nachtschichtprobleme

  1. Frau Wolkenlos

    Hallo Andi,
    ach Mensch… :chok: Hast Du schon mit dem Vorgesetzten gesprochen ob er nicht irgendeine andere Möglichkeit für Dich sieht? Schildere ihm Deine extremen Probleme die Du mit der Nachtschicht hast. Es ist ja nicht so, dass Du es nicht probiert hast. Was hat Dein Chef von einem Mitarbeiter der so extrem geschlaucht ist und die Gesundheit darunter leidet.

    Das kann so weit gehen, dass Du wegen Erschöpfung zum Arzt musst und eine Auszeit brauchst. Daran kann deinem Boss sicher nicht gelegen sein. Nicht jeder ist gleich, manche Leute stecken so eine Schicht ganz gut weg, andere haben gewaltige Probleme damit. Einen gesunden Egoismus solltest Du Dir sowieso zulegen, sonst bleibst Du auf der Strecke.

    Liebe Grüße

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  2. Xanni

    Wie siehts mit Ohropax aus? Kannst du das wenigstens gegen den Nachbarn nutzen oder kannste da auch nicht schlafen (mir gehts nämlich so, Ohropax stört einfach). Ansonsten würd ich auch beim Chef vorsprechen. Da muss ich Frau Wolkenlos zustimmen.

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  3. chat noir

    Tja – jetzt siehst Du mal, was eine Mutter leistet, die ein Baby bekommen hat und von da an mindestens vier, wenn nicht sogar sieben Monate lang keine Nacht mehr durchschlafen kann. Und die kann sich auch tagsüber den Schlaf nicht zurückholen. Und wie machen es die vielen anderen Menschen, die Nachtschicht arbeiten müssen? Und das immer, nicht auf eine Zeit begrenzt. Jetzt lass Dich nicht hängen und sieh zu, dass Du heile durch die Wochen kommst. Alles wird gut!

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  4. AndiBerlin Artikelautor

    @Frau Wolkenlos, eine Auszeit bräuchte ich dank Überstunden, Urlaubssperre und jetzt der Nachtschicht schon lange! Ist ja kein Wunder das ich so reagiere, nach all dem Stress.
    Nun, ich werde die kommende Woche Nachtschicht noch aushalten, glaube ich. Und wenn danach immer noch Nachtschicht angeordnet wird, kann ich ja immer noch ein Gespräch wagen.
    @Xanni, der Lärm ist nicht das Problem. So laut ist es nicht. Ich wache ja “morgens” nicht auf weil es zu laut ist. Das der Nachbar heute wieder laut Musik gehört hat, ist für einen Nachmittag eher ungewöhnlich… man kann es als Ausnahme sehen. Sonst macht er laut Musik, wenn er am Wochenende Abends bis spät in die Nacht Gäste hat.
    @Chat Noir, ich streite ja nicht ab das es Mütter mit Kleinkindern schwer haben.
    Wenn man den Vergleich mit anderen Menschen heranzieht, die Nachtschicht haben, wundert es mich nur das die nach Feierabend länger schlafen können (wie meine Kollegen), mein Körper sich aber nicht das an Schlaf zurückholt der ihm fehlt. Ich finde das merkwürdig.

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  5. Manu

    Tja, ich sag nur Biorhythmus. Deiner ist eben nicht für die Nachtschicht geschaffen. Meiner übrigens auch nicht.

    Du solltest wirklich mit Deinem Chef sprechen. Nicht, dass doch noch was schlimmes passiert… :bomb:

    LG

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    1. AndiBerlin Artikelautor

      Wie erwähnt werden ich die nächste Woche noch durchziehen. Dann sehen wir mal weiter. Ich hoffe ja das es danach eh mit der Nachtschicht gewesen sein wird.

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  6. Sue

    Wenn man länger als drei Wochen Schlafstörungen hat, und das was Du beschreibst sind eindeutig Schlafstörungen, sollte sich unbedingt an einen Schlafmediziner wenden.
    Es gibt über Schlaf recht neue Erkenntnisse, die leider nur bei den Fachleute zu bekommen sind.

    gruss sue

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    1. AndiBerlin Artikelautor

      Ich würde das was ich beschrieben habe und durchleide, auch als Schlafstörung klassifizieren.
      Nun, ich habe die kommende Woche noch mal Nachtschicht, und danach dann wieder normal Tagschicht. Ich hoffe das sich in der Tagschicht mein Schlafpensum wieder einpendelt.
      Mal sehen wie ich jetzt am Wochenende schlafen werde.

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  7. kirschbluete

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Als ich damals noch via Zeitarbeit in der Produktion gearbeitet habe und Nachtschicht hatte, kam ich danach auch auf höchstens 4-5 Stunden Schlaf und war tagsüber kaum zu gebrauchen. Mit fortschreitender Nachtschicht und dem daraus resultierenden Schlafmangel war ich auch bald in der Nachtschicht kaum noch zu gebrauchen und unsere Fehlerquote ging steil nach oben. Ging also wohl nicht nur mir so.

    Ich hoffe sehr für Dich, dass sich irgendwie eine Lösung findet oder die Nachtschichtsache einfach ganz bald endet.

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    1. AndiBerlin Artikelautor

      Nun, diese Woche noch. Und dann habe ich (erst mal Ruhe). Ich glaube die Woche bekomme ich auch noch rum.
      Was meinst Du wie schön dieses Wochenende war. Ich habe es richtig genossen Abends ins Bett zu gehen, und tatsächlich in jeder der beiden Nächte acht Stunden zu schlafen und Morgens fit aufzuwachen.

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  8. Kathrin

    Mhhh das hört sich natürlich nicht so toll an. Aber vielleicht dauert es einfach länger bis du dich daran gewöhnst? Auf der anderen Seite, kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass man sich überhaupt jemals daran gewöhnen kann. Einmal so – einmal so – das ist doch nix :wacko:

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    1. AndiBerlin Artikelautor

      Also nach zwei Wochen Nachtschicht kann ich sagen, das sich mein Körper an den Tagschlaf nicht gewöhnen kann oder will. Ich hatte da nie mehr wie vier Stunden Schlaf, und die waren auch noch gestückelt, also nicht durchgehend am Stück. Was meinst Du wie gut ich dann heute nach den zwei Wochen Nachtschicht geschlafen habe. Das hat echt gut getan, mal wieder länger am Stück zu schlafen.

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