Urlaubsende und Aktenablage

So, mein dreiwöchiger Urlaub ist zu Ende. Am morgigen Montag muß ich wieder zur Arbeit.
Ich bin so erholt wie schon lange nicht mehr, aber ich weiß sehr genau das all die Erholung zur Mittagspause dann verflogen sein wird.

Urlaub, so habe ich festgestellt, bekommt mir gesundheitlich wirklich sehr gut. Das ausschlafen ohne das der lästige Wecker einen aus dem Schlaf reißt, ist wirklich was feines. Komischer Weise war ich meist immer so gegen acht Uhr Morgens wach. Das sind zwar zweieinhalb Stunden später als gewöhnlich, also wenn ich zur Arbeit gehe, aber immerhin ausschlafen. Wobei lange schlafen ja was anderes ist.
Kopfschmerzen habe ich in den drei Wochen so gut wie kaum gehabt, und meine Migränekopfschmerzen waren die ganzen drei Wochen versteckt.

Viel habe ich nicht gemacht. Meist habe ich einfach so in den Tag hinein gelebt, bin dann und wann in mein Auto oder auf das Fahrrad gestiegen und durch die Gegend gefahren.
Oft habe ich auch bis zum späten Abend (manchmal auch bis zum sehr frühen Morgen) mit meiner Playstation gespielt. So ausgiebiges zocken ist ja in einer Arbeitswoche gar nicht drin! Das hat mir auch gefehlt, auch wenn es sinnloses Zeit verplempern ist.
So drei Wochen fast gar nichts machen, das ist unheimlich erholsam. Ich bin so richtig schön entspannt.

Ab mitte der letzten Woche wurde ich allerdings so richtig aktiv, man mag es kaum glauben.
Denn da habe ich endlich meine Aktenablage erledigt.
Mein Ablagesystem für wichtige Dokumente, Verträge, Rechnungen usw. beschränkte sich auf zwei große Haufen, die im laufe der Zeit (wir reden hier von mehr als zehn Jahren) nach und nach angewachsen sind.

Ein Haufen (der ältere) befand ich im Wohnzimmer in einem Regalfach. Der andere Haufen befand in in meiner Küche, ebenfalls in einem Regalfach lagernd. Und so wuchsen die Stapel mit allen möglichen Dokumenten nach und nach an.

Bis ich mir gegen Ende des Urlaubs ans Herz fasste, und endlich damit begann alles in dafür eigens gekaufte Ordner abzuheften.
Das ganze dauerte dann mit vier Tagen doppelt so lange, wie eigentlich von mir eingeplant.

Nun ja, in mehr als zehn Jahren sammelt sich ja auch allerlei an. Und das will erst mal sortiert werden, bevor es ordentlich abgeheftet werden kann.
Während der Aktion fielen mir natürlich alten Verdienstabrechnungen in die Hände. Und bei den Abrechnungen meines allerersten Arbeitgebers wäre ich beinahe in Tränen ausgebrochen. Was habe ich da viel verdient. Bei meinem darauffolgenden habe ich dann an die 900,-DM weniger verdient. Ich mußte da ja mit meinen Gehaltsforderungen ganz schön heruntergehen, um während meiner damaligen Arbeitslosigkeit überhaupt einen Job zu finden.
Und heute? Heute liege ich immer noch nicht bei dem, was ich bei meinem ersten Arbeitgeber als Facharbeiter verdient habe. Und wir dürfen nicht vergessen, das alles im laufe der letzten 12 Jahre teurer geworden ist!

Sentimental bin ich geworden, als ich die Verdienstabrechnungen des letzten Arbeitgebers gesehen habe. Wie ich die unverschlossenen (!!!) Umschläge öffnete um die Abrechnungen sortiert abzuheften, fielen bei einigen kleine Zettelchen der damaligen Bearbeiterin der Firma heraus.
“Schönen Urlaub wünsche ich Dir”, oder “frohes Fest”, “frohe Ostern” stand da Handschriftlich zu lesen. Schade das ich die Umschläge nicht zeitgleich geöffnet habe. Mensch, wir waren wirklich ein gutes Team und haben uns alle gut verstanden. Wir waren wirklich eins… bis der neue Investor alles kaputt gemacht hat.

Nun, man könnte meinen nach mehr als zehn Jahren Haufenprinzip geht doch vieles verschwunden. Aber ich bin selbst überrascht. Es ist ALLES da! Verdienstabrechnungen von 1996 bis ins jetzige 2009, alles lückenlos und in chronologischer Reihenfolge vorhanden.
Selbst alle meine Handyrechnungen mit den Verbindungsnachweisen vom Jahr 2000 an sind da.
Ok, ein paar Kontoauszüge fehlen. Aber das sind meist Auszüge aus dem Jahr ‘99 bis 2001.
Irgendwie hat sich das Haufenprinzip bewährt, auch wenn es nicht ordentlich war.

Aber Ihr könnt mir glauben, das war keine leichte Arbeit alles nach Datum und Eingang zu sortieren. Nicht bei 12 Jahren Aktenablage! Aber nun habe ich es geschafft!

Fragt sich jetzt nur, was kann ich wegwerfen, und was muß ich aufheben?
Nun gut, die Sozialversicherungsnachweise muß ich alle aufheben. Aber muß ich wirklich ALLE Verdienstabrechnungen aufheben? Wir reden hier von Verdienstabrechnungen die bis ins Jahr 1988 (da habe ich mit meiner Ausbildung angefangen) reichen!

Und muß ich den Versicherungskram und die Reparaturrechnungen meines alten Autos, welches ich 2005 verkauft habe, auch aufheben? Wie lange gilt die Aufbewahrungspflicht für alte Kontoauszüge?
Wie schaut es mit Verträgen aus, die schon vor Jahren abgelaufen oder gekündigt sind, wie z.B. alten Bauspar- oder Versicherungsverträgen?
Was ist wirklich wichtig, und was nicht? Und wie lange muß ich das wichtige und weniger wichtige aufheben? Hat da einer Ahnung von?

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @Tonari, hey super. Danke für den Link. So eine allgemeine und umfassende Erklärung zum Thema Aktenablage / Aufbewahrungsfristen habe ich gesucht!

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  2. Wow mehr als 10 Jahre Ablage aufgearbeitet! Meinen Glückwunsch! :clap:

    Bei mir ist die ordentliche Aktenablage beruflich so tief verankert das ich es zu Hause einfach nicht schaffe mich an ein praktisches Haufenprinzip zu gewöhnen. So wird jede Woche ein mal abgeheftet. So hat ein anständiges Chaos gar keine Chance mehr. :( Freiheit dem Chaos! Rettet das Haufenprinzip! ^^

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  3. @Julia, womit bei mir wieder der Spruch “Nur ein Genie beherrscht das Chaos” ja bewiesen wäre! B-)
    Ich hoffe ich bleibe jetzt dabei alles gleich abzuheften, anstatt zum Haufenprinzip zurückzukehren.

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  4. Huhu Andi,

    die Vierdienstabrechnung, solltest Du auf jeden Fall aufbewahren. Später kann es sein, wenn Du beim Rentenberater sitzt, das Du diese als Nachweis benötigst. Nicht alle Arbeitgeber, vor allem Ämter melden ordnungsgemäß die Beiträge an, da liegt es an Dir, zu beweisen, das Du bspw. eine Ausbildung gemacht hast.

    Lieben Gruß, die Erdbeere

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