Monatsarchiv für Oktober, 2009

Andis Satz der Woche (25)

Richtig gut / lecker Essen ist besser als Sex. Du kannst alleine bestimmen wann, wo mit wem… und, was am wichtigsten ist, vor allem wie lange es dauert!

Merkt man das ich älter werde?

Post für den Doktor

Das ich dann und wann mal einen Anruf bekomme, die an einen Dokter gleichen Vornamens und Nachnamens wie ich ihn trage bekomme, daran habe ich mich gewöhnt. Noch habe ich keine Termine vergeben, aber wenn ich wieder eine nette weibliche Stimme dran habe, die unglaublich niedlich klingt (so wie vor ein paar Jahren), dann mache ich das aber mal!  :lol:

Heute habe ich zum ersten mal Post für besagten Doktor bekommen.
Scheinbar hat der Doktor seine Praxis verlegt. Diese ist nicht mehr dort zu finden wo sie früher war. Und nun hatte die Post einen Brief vom Amt für Gesundheit und Soziales für den Doktor in meinen Briefkasten geworfen. Mit dem Vermerk, das die neue Adresse vom Doktor nach deren Nachforschungen nun meine Adresse ist.

Hey, wenn ich einen Doktor gemacht hätte (in was auch immer), dann würde ich davon wissen.
Das ich den gleichen Vor- und Nachnamen wie der Doktor trage, muß doch noch lange nicht bedeuten das mein Briefkasten nun auch gleich seiner ist. Langsam finde ich das nicht mehr witzig.

Andauernd bekomme ich Anrufe von Leuten die Termine machen wollen. Einer sprach sogar zweimal auf meinem Anrufbeantworter mit der Bitte um einen Termin. Er könne nach langem Aufenthalt im Krankenhaus die Praxis nicht mehr im Telefonbuch finden und unter der bekannten Adresse ist auch keine Praxis mehr, und so schaute er im Telefonbuch bei den Privatnamen nach. Und der erste den er finden konnte, war ich. Dummer Weise wohne ich auch im selben Bezirk wo der ominöse Doktor früher seine Praxis hatte.

Wenn ich bei Google nach meinem vollen Namen suche, finde ich an erster Stelle den Doktor. Davon habe ich ja schon mal berichtet. Damit kann ich irgendwie leben. Aber das ich nun nach den Anrufen auch noch Post bekomme, ist schon nervend. Ich hoffe dieser eine Brief bleibt eine Ausnahme. 

Kann ich mit dem unverhofften Doktortitel nicht doch noch etwas Geld machen? Ich bin für Vorschläge Eurerseits offen. 

Den Brief habe ich übrigens mit dem Vermerk das meine Adresse die Falsche ist, wieder in den Briefkasten vor der Post geworfen.

Lolek und Bolek

In dieser Woche habe ich zwei Kollegen aus dem osteuropäischen Ausland bei mir sitzen, denen ich zeigen “darf” wie die Arbeitsabläufe meiner Arbeit sind. So das sie dann in ihrer Heimat, wenn unsere Produktion dorthin übergeben wurde, fröhlich vor sich hinarbeiten können. Wie schon erwähnt, ist es nicht leicht für mich. Wer übergibt schon gerne seine Arbeit an jemand anderen? Für mich ist es ja im laufe meiner Karriere als Facharbeiter schon das dritte mal das ich anderen meine Arbeit zeige. Das ist wahrlich kein schönes Gefühl.

Das Problem bei der Sache ist, die zwei verstehen scheinbar kein Deutsch, so das ich mit meinem holprigen Englisch versuche denen zu erklären was Sache ist. Was mein Englisch angeht, so ist selbiges bei mir stark eingerostet. Aber ich merke, wie es von mal zu mal besser klappt.
Wie ich heute nach Feierabend im Geiste meine Einkäufe durchgegangen bin, tat ich dieses in Englisch.
Doch es gibt Wörter, da weiß ich wirklich nicht weiter. Diese Wörter werden in kaum einem Wörterbuch geführt, da es sich meist um “technisches Englisch” handelt. So habe ich zum Beispiel lange nach dem passenden englischen Wort für “Hochspanungstastkopf” gesucht. Die “Phasenverschiebung” war dann wieder leicht zu finden. Ob bei letzterem “…the difference between two phases.” allerdings richtig ist, wage ich zu bezweifeln. Aber man hat mich verstanden, und das ist die Hauptsache.

Übrigens meinte einer meiner Kollegen, das die zwei aussehen wie “Lolek und Bolek”… und das passt (optisch) wirklich wie die Faust aufs Auge. Fand ich schon witzig, weil die zwei wirklich so aussehen. Hätte der Kollege das nichtgesagt, mir wäre das nicht aufgefallen.

So, und warum habe ich jetzt Lust mir einen Film im englischen Original anzugucken?

Andis kleine Welt

Letztens haben sich zwei Kollegen und ich uns unterhalten, wie das denn so so war, wenige Tage nach der Wende.

Ich erzählte von meinem Erlebnis, zwei Tage nach dem 9.November ‘89, wie ich zwei DDR Bürger beim ersten Dönerkauf beobachtet habe.
Da wurde zuerst der Dönermann gefragt, was das denn sei. Und dieser erklärte das auch geduldig. Woraufhin die Frau meinte:

Dann nehme ich einen… aber ohne Fleisch!

Ich glaube, die Story habe ich hier auch schon gebracht, bin nur zu faul das jetzt heraus zu suchen. Und ich will ja nicht auf die Story hinaus (obwohl ich die immer wieder witzig finde), sondern auf etwas anderes.

Denn als ich den Kollegen anfing die Story zu erzählen, und ich bei dem Satz, “Da hatte ich ein Erlebnis zwei Tage nach Mauerfall in meinem Stammdönerladen” anlangte, fingen die Kollegen laut an zu lachen.

“Der Dönerladen… Andis kleine Welt!”, meinten sie da nur. 
Ich weiß jetzt nicht wie die Kollegen das meinten. Als ob ich mich nur von Döner ernähren würde! :whistle:

Gütige Güte, möchte echt nicht wissen was die Kollegen genau über mich denken.

Mit Frau Muttern im Kino

Wenn ich ins Kino gehe, dann schaue ich entweder Action Filme, oder (was seltener ist) was lustiges. Man will ja unterhalten werden.
Gestern aber war ich in einem Film, der weder Action Momente, noch lustige Momente hatte. Also ein Film, der das absolute Gegenteil meiner sonstigen Kinosehgewohnheiten ist.

Ich habe meine Mutter in den Film “Wüstenblume” eingeladen. Meine Mutter schwärmte von dem Buch, und da dachte ich mir das sie sich gerne den Film ansehen würde, der vor kurzem in den Kinos angelaufen ist.
Ich erinnere mich an meine Kindheit und frühe Jugend, wo meine Mutter mit mir in Filme gegangen ist, die sie bestimmt nicht sehen wollte. Aber sie ist mitgegangen. Bei “E.T. – Der Außerirdische”, so erinnere ich mich, ist sie sogar eingeschlafen.

Nun ja, ich dachte mir dann letzte Woche, ich könnte mit ihr auch mal in einen Film gehen, den sie bestimmt gerne gehen würde. Und so lud ich sie halt zu dem Film “Wüstenblume” ein, wohlwissend das das nicht so ganz meinen Kinogeschmack trifft.
Keine Action, kein Actionheld mit markigen Sprüchen, keine wilden Schießereien und Verfolgungsjagden. Und kein Film wo man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt.

Ich wußte in (sehr) groben Zügen worum es in dem Buch und Film geht. Kurz umrissen, ein junges Mädchen in Somalia flieht von ihren Eltern, weil diese sie mit einem wesentlich älteren Mann verheiraten wollen. Über einen Umweg landet sie in London, und dort irgendwann auch in der Gosse.
Wie es der Zufall so will, wird sie von einem Modefotografen entdeckt, und wird so zu einem gefragten und gut bezahlten Modell. Das Buch ist keine Fiktion, sondern hat einen waren Hintergrund. In Buch und Film kommt auch die Tatsache nicht zu kurz, das kleine Mädchen in bestimmten Ländern an den Genitalien beschnitten werden, und diese Wunden bis auf ein klitzekleines Loch zugenäht werden. Diese Erfahrung mußte das Modell selber machen, und sie prangerte das auch in ihrem Buch an. Der Name der Frau und des Modells… Waris Dirie.

Mir unverständlich wieso meine Mutter dieses Buch so gut findet, mit dem harten Stoff der einem da präsentiert wird. Ich war froh, das in dem Film alles mehr oder weniger angedeutet wird. So etwas grausames wie die Verstümmelung der Frau möchte ich nicht wirklich sehen. Aber selbst die Andeutungen waren nicht ohne.  

Aber, auch wenn der Film nicht ganz meinen Geschmack und meine Sehgewohnheiten trifft, er war nicht schlecht. Und das Schicksal dieser Frau hat mich schon erschüttert. Wie sie angedeutet haben was unzählige Mädchen so erdulden müssen, es wurde eine Rückblende gezeigt in der angedeutet wurde wie sie als dreijährige beschnitten wurde, war schon harter Stoff. Mir unverständlich das es wirklich Kulturen gibt die so etwas kleinen Kindern antun.

Das Kino selber fand ich sehr witzig. Wir sind in einem dieser großen Multiplexkinos gegangen. Was ich nicht wußte, das es in den unteren Stockwerken kleinere Kinos gibt, die dort Studios heißen. Und in einem dieser Studios waren wir. 
Fünf Sitzreihen gibt es da, und in jeder reihe befanden sich ca. elf Sitze. In so einem kleinen Kino bin ich noch nie zuvor gewesen!
Und der Kinosaal (eigentlich müßte ich eher sagen “Kinozimmer”)  war bis auf den letzten Platz belegt. Nun ja, bei so einem kleinen Saal kein Wunder. Zumal der Film auch wirklich nur einmal am Tag läuft.

Nun ja, es war mal was anderes, in einen “anderen” Film zu gehen. Und meiner Mutter hat es gefallen. Das ist ist ja das Wichtigste, oder?
Und für mich gab es vorher auch Schnitzel!  :happy:

Seid Ihr auch mal bewußt in einen Film gegangen, der nun so gar nicht Eurem Geschmack trifft, und der Euch am Ende wider Erwarten halbwegs gefallen hat?