Monatsarchiv für März, 2008

Mitfreude

Kennt Ihr das, wenn man sich für einen Menschen, den man eigentlich so gut wie gar nicht kennt, wirklich sehr freut?

Wenige Tage nach dem ich im Januar bei meinem derzeitigen Arbeitgeber anfing, kam ein Arbeiter hinzu den die Firma von einem Sklavenhändler einer Leiharbeiterfirma engagiert hat. Es ist halt extrem viel zu tun. Besagter Arbeiter ist auch schon deutlich über 50.

Die Tage hat der Kollege von der Leiharbeiterfirma nun einen Festvertrag von meinem derzeitigen Arbeitgeber bekommen, so das er nun nicht mehr in den Fängen der Leiharbeiterfirma ist. Zur Verwunderung aller Mitarbeiter hat er sogar einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen, wo doch sonst erst mal Einjahresverträge in der Firma üblich sein sollen! 
Wie ich das erste mal erfahren habe das der Kollege einen Vertrag mit der Firma bekommt, habe ich mich wirklich sehr für ihn gefreut. Wenn es einer verdient hat, dann ja wohl er. Bei einer Leiharbeiterfirma hat man es ja nicht leicht, zumindest nicht in meiner Branche. Und nun hat er, mit über 50 Jahren, endlich wieder einen festen Job. Er muß nun nicht mehr durch ganz Deutschland für die Arbeit reisen, sondern kann bequem mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, da er ganz der nähe der Firma wohnt. Ja, ich habe mich wirklich sehr für den Kollegen gefreut, und ich gönne ihm das wirklich vom ganzen Herzen. Ein wirklich schönes Gefühl sich so für jemanden mit zu freuen!

Nun bin ich ja gespannt was bei mir in Sachen Vertragsverlängerung passiert, denn mein Vertrag läuft in zwei Monaten aus. Nachdem ich nun mitbekommen habe das der Kollege einen Vertrag bekommen hat, dazu einen unbefristeten, schaut es auf dem ersten Blick ja recht gut aus das mein Vertrag verlängert wird. Sagt zumindest mein Bauchgefühl. Aber das hat mich ja schon oftmals belogen.
Wie dem auch sei, sollte mein Vertrag verlängert werden, kann ich endlich meine Abfindung vom letzten Arbeitgeber mit vollen Händen ausgeben. Und sollte ich sogar einen unbefristeten Vertrag bekommen, dann kann ich ja auch recht bald in eine Wohnung umziehen, die nicht so weit weg von meinem Arbeitgeber ist.
Aber warten wir erst mal ab.

Jessica

Am Donnerstag bin ich ja kurz auf die Black Crowes (eine meiner Lieblingsbands) und deren neue CD “Warpaint” eingegangen. Das hat mich nur wieder daran erinnert, das ich da auch noch einige CDs von der Allman Brothers Band in meinem CD- Regal stehen habe. Auf die Allman Brothers Band bin ich eigentlich ja nur durch die Black Crowes gekommen, weil sie mehrfach betonen das die Allman Brothers Band deren musikalischen Vorbilder sind. Nun gut, die Allman Brothers Band kannte ich zwar vorher schon, aber so richtig aufmerksam auf die bin eben nur durch die Crowes geworden.

Besagte Band sind quasi die Southern Rock Legenden schlechthin. Es gibt Titel, da verlieren sich die Gitarristen minutenlang im Spiel, ja da klingt das ganze Stück wie eine Jamsession. Und dennoch werde ich nicht müde diese Stücke dann immer und immer wieder zu hören.

Ein Stück der Allman Brothers Band ist sehr bekannt. “Jessica” heißt es. Ich bin mir sicher, viele werden es wiedererkennen, denn zahlreiche Filmeinblendungen zu Beiträgen im Fernsehen werden mit dem Lied unterlegt. Ich glaube das ist sogar das bekannteste Stück der Band. Und jedes mal wenn ich dann “Jessica” höre, freue ich mich ein wenig. Zum einen weil dann für einen kurzen Augenblick irgendwie die Sonne in mir aufgeht (so locker und flockig klingt das), und zum anderen weil dieses Stück wieder mal bestätigt das wirklich gut und handgemachte Rockmusik nicht aussterben wird, auch wenn dieses Stück nun doch schon viele viele Jahre auf dem Buckel hat. Kein gecasteter Superstardreck, oder ein Rap Lied mit künstlich erzeugten Beats. Echte wunderschöne Musik die einfach so durch die Gehörgänge perlt. 

Warpaint

Lange, sehr lange habe ich darauf warten müssen, nun ist es endlich raus. Das neue Album einer meiner absoluten Lieblingsbands, den Black Crowes. Sieben Jahre liegt das letzte (durchwachsene) Studioalbum der Band nun zurück. Zwischenzeitlich habe ich die Hoffnung auf ein Zusammenfinden der Bandmitglieder aufgegeben. Doch nun ist seit mitte März “Warpaint” im Handel. Und die Crowes haben sich nicht verändert, was in diesem Falle als gut zu werten ist. Denn ich mag ihren Sound und ihre Musik.

Ein Radiomoderator sagte vor kurzem zu dem Album, das auf dem Cover so viel Hippie- Symbolik vertreten ist, die sich nicht mal Neil Young trauen würde zu verarbeiten. Hey, das sind die Black Crowes, die dürfen das!
Ich bin froh das die Black Crowes wieder da und keinen deut schlechter geworden sind. Nun hoffe ich diese Band seit langem mal wieder auch live sehen zu dürfen. Denn live sind sie immer ein Erlebnis gewesen bis jetzt.

In diesem Sinne, ein Video (oder Musikbeispiel) aus dem aktuellen Album gibt es hier zu sehen. Naja, Southern Rock ist nicht jedem sein Fall.
Ach es ist immer wieder ein schönes Erlebnis mal eine geniale CD gekauft zu haben, und sich daran zu erfreuen. Da weiß ich wenigstens wofür ich gearbeitet habe, und das mir diese CD dann noch eine ganze Weile Spaß bereiten wird. 

Zungenaua

Dienstag früh wachte ich auch, und mußte feststellen das ich eine Blase / Wunde (oder was auch immer das ist) unter meiner Zunge habe. Das hat nun zur Folge das ich Schmerzen beim Schlucken und Essen habe. Wenn ich nur wüßte wie ich zu der Blase / Wunde gekommen bin. Ich kann mich nicht erinnern das ich was extrem heißes gegessen habe was das schmerzende Ding zur Folge haben könnte. Auch an einen Biss auf die Zunge kann ich mich nicht erinnern. Wo kommt das teil nur her?  :???:

Und nun habe ich Hunger und trau mich nicht zu essen, weil das essen wiederum schmerzt. Also so etwas wie diese Blase / Wunde habe ich ja noch nie an der Zunge gehabt. Nun bin ich mal gespannt wie lange das dauert bis alles wieder normal ist… wenn ich nicht vorher verhungert bin. Ich glaube ich fange schon mal an mein Testament zu verfassen. Man kann ja nie wissen. 

Ein kurzes Hallo

Als ich vor wenigen Tagen den S- Bahnhof verließ, fiel mir ein junger Mann auf der mit dem Rücken zu mir gewand an einer der Türen am Haupteingang des Bahnhofs herumwerkelte. Er hat die Sperre überwunden, die die Tür offen hält, so das der eine Türflügel jetzt zu ist. Darüber hat der junge Mann sich scheinbar tierisch gefreut. Dann drehte er sich um, und erblickte mich. Er hob die Hand, und sagte kurz wie ein Kleinkind “Hallo!”, aber halt mit einer männlichen tiefen Stimme. Keine Frage, der Mann war geistig behindert. Ich erwiderte sein Hallo kurz, und ging weiter meinen Weg.

Der Mann rannte dann, in einer sehr merkwürdigen art und weise an mir vorbei. Jeden Fußgänger den er dabei begegnete grüßte er mit seiner erhobenen Hand seinem “Hallo!”. An der Ampel blieb er bei rot korrekt stehen, um dann weiter zu rennen, und sich den an der Straße haltenden Bus genauer anzusehen.

Irgendwie machte ich mir Sorgen um den Mann. Wer weiß ob er sich nicht verlaufen hat und nicht wieder nach Hause findet? Allerdings sah er recht zufrieden aus, so wie er die Leute auf der Straße begrüße. Keine Spur von Sorge das er sich verlaufen haben könnte. Nun ja, vielleicht kommt er auch besser zurecht als ich annehme.

Als er mir am Eingang des S- Bahnhofs sein “Hallo!” zurief, spürte ich irgendwie ein gutes Gefühl. Es war merkwürdig, ich spürte das das nicht nur so dahin gesagt war. Sein lächeln drückte eine Freude dabei aus, die ich bei einem so simplen Wort und so einer einfachen Geste wie der Hand dabei zu heben eigentlich gar nicht mehr sehe. Und so ging das wirklich bei jedem Passanten dem er begegnete.

Vielleicht sollten wir alle mal ein wenig so sein, wie dieser junge Mann mit dem wenigen Licht im Kopf. Ich meine, wir sollten alle mal wildfremde Menschen auf der Straße mit einem “Hallo!” begrüßen und dabei lächeln. Womöglich wären dann unsere Tage nicht mehr ganz so grau. Nur… ich trau mich nicht! Man wird ja so schnell als geistig minderbemittelt eingestuft.